Routing-Pläne verwalten
Ein Routing-Plan ist ein Fertigungsobjekt, das in verschiedenen Szenarien (u.a. bei der Validierung) verwendet werden kann. Mit dem Routing-Plan-Objekt können Sie verschiedene Szenarien testen, bevor Sie einen Prozessplan fertig stellen. Für einen Prozessplan können Sie mehrere Routing-Pläne erstellen. Sie können einem Prozessplan also mehrere Routing-Pläne zuordnen.
Stellen Sie sich ein Szenario vor, in dem Sie einen Prozessplan in Ihrem Betrieb lokalisieren oder ausführen möchten. Sie haben zwei Möglichkeiten, den Prozessplan hinsichtlich Zeit und Kosten zu bewerten. In diesem Fall ist ein Routing-Plan-Objekt von Vorteil. Sie können zwei Routing-Pläne erstellen, um verschiedene Strukturen oder Pläne zu analysieren und zu validieren. Sie können diese beiden Routing-Pläne verwenden, um die Lokalisierung auf zwei unterschiedliche Arten durchzuführen. Für den ersten Routing-Plan öffnen Sie den Routing-Plan in der Visualisierung, platzieren die Werkzeuge, prüfen die Ergonomikstrategie, führen andere Aufgaben aus und erhalten dann ein Ergebnis. Sie können ähnliche Aufgaben für den anderen Routing-Plan ausführen. Anschließend können Sie die Ergebnisse vergleichen, um zu ermitteln, welcher Routing-Plan für Ihre geschäftlichen Anforderungen besser ist. Diese Analyse hilft bei der Optimierung des Prozessplans.
Damit ein Routing-Plan ordnungsgemäß funktioniert, ist ein Prozessplan, eine Stückliste und ein Betrieb erforderlich. Ein Routing-Plan dient als Link zwischen diesen drei Entitäten.
Sie können einen Routing-Plan als Produktionsversion verwenden. Ein Routing-Plan bestimmt, welcher Prozessplan mit welcher Stückliste für eine bestimmte Menge in einem bestimmten Betrieb verwendet werden soll.
Die Optimierung des Materialflusses ist ein wesentlicher Faktor, der zur Steigerung der Produktivität und zur Senkung der Herstellungsprozesskosten beiträgt. Dieser Fluss kann sich darauf beziehen, wie das Material im Betrieb fließt oder wie Sie den Fertigungsprozessplan in einem Betrieb steuern. Mit einem Routing-Plan können Sie den Material- oder den Prozessplan-Fluss im Betrieb definieren. Ebenso können Sie damit den Fluss optimieren und die Artefakte verwalten, z.B. Dokumente, Verarbeitungsressourcen, Werkzeuge usw.
Ein Routing-Plan hilft Ihnen, die folgenden Entscheidungen zu treffen:
• Prozess, der basierend auf Menge, Datum oder Los befolgt werden soll.
• Werkzeuge, Linie oder Arbeitszentrum, die verwendet werden müssen.
• Welche Betriebsfunktionen zur Optimierung der Produktion verwendet werden müssen, wenn die Menge variiert. Wenn das System beispielsweise 100 Stück von Part A produzieren muss, sind Process Plan 1, Line 1, Workstation 1, Operation 1 und Tool 1 nötig.
Müssen 1500 Stück von Part A produziert werden, sind Process Plan 1, Line 1, workstation 2, Operation 1 und Tool 2 nötig. Das System kann auch einen anderen Prozessplan verwenden, um 1500 Stück von Part A zu produzieren.
Vorteile
Ein Routing-Plan-Fertigungsobjekt bietet die folgenden Vorteile:
• Ermöglicht es Ihnen, verschiedene Szenarien vor der eigentlichen Produktion auszuprobieren.
• Die Herstellbarkeit von Produktkonstruktionen wird schon im Voraus validiert und Fehler zwischen Konstruktion und Produktion werden reduziert.
• Reduziert den Zeit- und Kostenaufwand für Fertigungsaktivitäten erheblich.
• Verbessert Produktivität und Benutzererlebnis. Durch die verbesserte Produktivität und Benutzerfreundlichkeit lassen sich Fertigungslinien, die verschiedene Fertigungsentitäten umfassen, einfacher visualisieren.
Wichtige Punkte
• Ein Routing-Plan-Objekt enthält die folgenden Informationen:
◦ Teil, von dem eine bestimmte Menge produziert wird
◦ Produktionsprozess des Teils
◦ Betrieb, in dem das Teils produziert wird
• Ein Routing-Plan benötigt die folgenden Entitäten, damit er ordnungsgemäß funktioniert:
◦ Prozessplan – Enthält die Operationsinformationen.
◦ Stückliste – Legt fest, was produziert werden muss.
◦ Betrieb – Gibt an, welcher Betrieb und welche Linie zur Herstellung der tatsächlichen Komponente bzw. des eigentlichen Produkts verwendet werden sollen.
• In der Regel ist ein Teil einem Prozessplan und einem Routing-Plan zugeordnet. Es wird empfohlen, zur Teil-Informationsseite zu wechseln, um Prozesspläne und Routing-Pläne zu erstellen und einem Teil zuzuordnen. Die Registerkarte
Zugehörige Objekte auf der Teil-Informationsseite enthält die Tabelle
Prozesspläne und
Routing-Pläne. Mit den Aktionen in der Tabelle
Prozesspläne und
Routing-Pläne können Sie den Prozessplan und den Routing-Plan erstellen und einem Teil zuordnen. Weitere Informationen finden Sie unter
Support für Produkte und Prozesspläne.
• Ein Routing-Plan ist eine Untermenge eines Prozessplans. Sie können den Routing-Plan im Kontext eines Prozessplans öffnen, indem Sie die Liste
Routing auswählen auf der Registerkarte
Struktur der Prozessplan-Informationsseite verwenden. Weitere Informationen finden Sie unter
Routing-Pläne im Prozessplan-Browser öffnen.
Sie können den Routing-Plan und die zugeordneten Fertigungsstrukturen auch mit den Aktionen
Im Betriebslayout öffnen,
Zugehörige Upstream-Objekte im Betriebslayout öffnen oder
Als Upstream im Betriebslayout öffnen öffnen. Weitere Informationen finden Sie unter
Dem Routing-Plan zugeordnete Fertigungsstrukturen öffnen.
• Wenn Sie einen Prozessplan unabhängig überarbeiten, sind Prozessplan und Routing-Plan nicht synchronisiert. Das System zeigt einen Veraltet-Indikator

an, wenn der Routing-Plan und der Prozessplan nicht synchronisiert sind. Wenn der Prozessplan und der Routing-Plan nicht synchronisiert sind, können Sie Operationen im System nicht lokalisieren. Operationen können nur lokalisiert werden, wenn der Prozessplan und der Routing-Plan synchronisiert sind.
• Auf der Registerkarte
Routing-Plan zeigt das System die Linieninformationen für die zum Routing-Plan gehörigen Linien an. Wenn Sie beim Erstellen eines Routing-Plans keine Linie angeben, zeigt das System die Informationen für alle Linien an. Weitere Informationen finden Sie unter
Neue Routing-Pläne aus Stücklisten-Transformator einfügen.
• Die Identität des Prozessplans wird über der Symbolleiste des Prozessplan-Browsers angezeigt.
• Die Identität des Routing-Plans wird über den Registerkarten des Prozessplans angezeigt. Ist der Routing-Plan ausgecheckt, wird neben dem Objektnamen auch das Ausgecheckt-Symbol angezeigt.
• Sie können einem Prozessplan mehrere Routing-Pläne zuordnen.
• Das Dienstprogramm Typ- und Attributverwaltung enthält die folgenden einem Routing-Plan zugehörigen Entitäten:
◦ Routing-Plan
◦ Routing-Element
▪ Routing-Ressourcen-Element
◦ Routing-Knoten
▪ Routing-Knoten-Gruppe
▪ Routing-Zuführung
▪ Routing-Station
▪ Routing-Arbeitszelle
▪ Routing-Zone
▪ Routing-Operation
• Die folgenden Layouts sind für einen Routing-Plan verfügbar:
• Ein Routing-Plan-Objekt unterstützt auch überlappende Attribute.
• Sie können die lokalisierten Informationen basierend auf der Konfigurationsspezifikation filtern, die auf den Prozessplan angewendet wird. Betrachten Sie das folgende Szenario:
Einem Prozessplan sind mehrere Routing-Pläne zugeordnet. Die Operationen werden in Bezug auf einen bestimmten Routing-Plan lokalisiert. Wenn Sie in einem solchen Fall Variantenspezifikationen anwenden, filtert das System die lokalisierten Operationen basierend auf der Konfigurationsspezifikation, die auf den Prozessplan angewendet wird.
• Verwenden Sie die Aktion
Routing-Plan abgleichen, um Attributwerte aus den Prozessplanoperationen mit den lokalisierten Operationen zu synchronisieren. Mit dieser Aktion wird die Konsistenz im Prozessplan und seiner lokalisierten Operation in Bezug auf den Routing-Plan sichergestellt. Das System unterstützt auch den selektiven Ausschluss von Operationen von der Synchronisierung. Weitere Informationen finden Sie unter
Routing-Pläne abgleichen.
• Mit der Aktion
Speichern als lässt sich eine Kopie eines vorhandenen Routing-Plans erstellen. Mit der Aktion
Speichern als können Sie einen vorhandenen Routing-Plan duplizieren und auf Grundlage des Originals einen neuen erstellen. Wenn Sie diese Aktion verwenden, werden wesentliche Informationen aus dem Quell-Routing-Plan übernommen, einschließlich lokalisierter Operationen, Referenzdokumenten und Attributen wie Setup-Zeit, Arbeitszeit, Warteschlangenzeit und Verarbeitungszeit. Während dieses Prozesses können Sie einen neuen Namen und einen neuen Speicherort für den duplizierten Routing-Plan angeben. Weitere Informationen finden Sie unter
Die Aktion "Speichern als" für einen Routing-Plan verwenden.
In Funktionen "Routing-Plan" verwendete Terminologie
Die folgenden Begriffe beziehen sich auf die Routing-Plan-Funktionen in MPMLink.
Begriff | Definition |
|---|
Zone | Ein zonenbasierter Fertigungsansatz wird auf Fertigungsprozesse am Arbeitsplatz einer Fertigungsstraße angewendet. Stellen Sie sich einen Arbeitsplatz vor, an dem vier Autotüren eingebaut werden. Am selben Platz sind vier verschiedene Operatoren beschäftigt. Die Operatoren bauen jeweils die linke vordere, rechte vordere, hintere linke und hintere rechte Tür ein. In einem solchen Szenario kann der Arbeitsplatz als virtuell in vier Zonen unterteilt betrachtet werden, wobei in jeder Zone verschiedene Operationen ausgeführt werden. Sie können den verschiedenen Zonen verschiedene Operationen zuordnen. |
Seite und Ebene Attribute | Für ein Arbeitszentrum definierte Attribute. Diese beiden Attribute sind am effektivsten, wenn mit Zonen gearbeitet wird. Das Attribut Seite gilt nur für Zuführungen und Zonen. Bei Zuführungen oder Zonen wird also der für die Seite festgelegte Wert verwendet. Das Attribut Ebene wird bei Zonen verwendet. |
Arbeitszentrum | Eine physische Ressource oder eine Gruppe von Ressourcen, die einer Operation zugewiesen werden kann (Beispiel: Linien, Arbeitseinheiten, Arbeitszellen, Ressourcen-Pools, Arbeitsplätze und Zuführungen). |
Zuführung | Eine sekundäre Fertigungsstraße, die Teile für die Verwendung in einer primären Fertigungsstraße bereitstellt. |
Weitere Informationen finden Sie in den folgenden Themen: