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IGES
IGES ist die Abkürzung für Initial Graphics Exchange Standard. IGES ist in der CAD-Welt sehr weit verbreitet. Damit können 2D- und 3D-Daten beschrieben werden. Dabei wird in der Hauptsache auf die genaue Übertragung von Konstruktionsdetails Wert gelegt; die grafischen Möglichkeiten sind beschränkt. Neben den üblichen grafischen Grundelementen wie Linie oder Kreis lassen sich sehr komplexe Elemente beschreiben wie Oberflächen, Volumenkörper oder auch Bemaßungen, zusammengesetzte Elemente und Darstellungsparameter.
In der Praxis liegen die Probleme im Detail. Meist kann ein Element auf verschiedene Art und Weise definiert werden, was zu Verständigungsschwierigkeiten zwischen den Programmen führt. Oft ziehen die fehlende Einheitlichkeit der Beschreibung wie auch die fehlende Kontrollmöglichkeit für die Güte einer IGES-Datei große Verluste nach sich oder verhindern die Übertragung vollständig.
Um diese Gefahr zu verringern, gibt es Bestrebungen, den Umfang der IGES-Norm einzuschränken, indem Untermengen gebildet werden, die nach bestimmten Konventionen zu verarbeiten sind. Hier sind insbesondere zwei Begriffe bedeutsam: VDAIS und CALS.
Der Verband der deutschen Automobilindustrie (VDA) hat verschiedene Gruppen von Elementen festgelegt, die auf genau definierte Weise interpretiert werden müssen. Demnach muss ein Programm, das IGES gemäß der Spezifikation VDAIS lesen und schreiben kann, zusätzlich noch die Gruppe angeben, damit klar wird, welche Komplexität der Datei diesem Programm zugemutet werden kann. Auf der anderen Seite müssen von diesem Programm erzeugte IGES-Dateien auf die Elemente beschränkt bleiben, die in der angegebenen Gruppe definiert sind.
Die Absicht der CALS-Spezifikationen ist sehr ähnlich: Hier werden drei Klassen definiert, die sowohl den Umfang wie auch die Art und Weise der Interpretation festlegen. Dabei zielt die erste Klasse auf die technische Illustration, die zweite auf Konstruktionszeichnungen und die dritte auf elektrische/elektronische Anwendungen.
Man hofft, durch diese Einschränkungen die Ergebnisse des IGES-Transfers kalkulierbarer zu machen und insbesondere die Qualität zu verbessern. Arbortext IsoDraw unterstützt die Gruppen 1 und 2 der VDAIS und die Klassen 1 und 2 der CALS-Spezifikation. Die in der VDAIS enthaltenen Elemente stimmen weitgehend mit der Spezifikation der amerikanischen CALS-Initiative überein.
Ein anderer Problempunkt bei IGES-Dateien ist die Dateigröße. IGES ist das bei weitem voluminöseste Format. Selbst kleine Teile können leicht Dateien von mehreren Megabyte erzeugen. Hier entstehen u.U. Zeitverluste beim Netzwerktransfer und Speicherprobleme beim lesenden Programm. Aus diesem Grunde sollten im schreibenden Programm nur die tatsächlich benötigten Teile selektiert werden, um die Dateigröße zu reduzieren. So können z. B. in den meisten Fällen Bemaßungen, Zeichnungsrahmen und Texte ausgeblendet werden.
Die grafischen Möglichkeiten sind bei einem CAD-Format naturgemäß eingeschränkt. Zwar lassen sich ohne weiteres Strichstärken und Linienstilmuster in einer IGES-Datei unterbringen, doch sind die Interpretationsergebnisse bei den lesenden Programmen sehr unterschiedlich. Oftmals werden solche Attribute fast vollständig ignoriert.